Facharbeit fertig.
Meine Facharbeit in Philosophie ist fertig.
Titel: Transzendentalphilosophie und konstruktivistische Positionen im Vergleich
Wie der sprechende Titel schon verrät, werden in dieser Arbeit die Kantische Transzendentalphilosophie, also Kants Erkenntnistheorie, und Positionen und Theorien des Konstruktivismus miteinander verglichen. Sowohl die Transzendentalphilosophie, als auch der Radikale Konstruktivismus werden kurz vorgestellt.
Wer sich dafür interessiert, kann sich die [download#1#nohits] gern herunterladen.
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marcus!
eben deine facharbeit gelesen. kam mir sehr gelegen! erstens wurde mir ein weiteres mal bewiesen, dass mein wissen und wortschatz recht verkommen sind, zurückzuführen auf das ständige lesen von comics, und zweitens: ein hinauszögern des beginnens mit essentiellen erledigungen des schülerdaseins, durch eine unterhaltsamere tätigkeit als es zum beispiel das lange überfällige abspühln gewesen wäre, war durchaus gegeben.
mein senf, assoziiertes und geschwätz, dazu:
mit dem wissen darüber, dass realität größtenteils intersubjektiv ist, muss ich den schluss ziehen, dass alle erfahrungen, die man alleine macht, keinen bestand haben auf der wahrhaftigen ebene, bestehend aus einem sammelsurium sich deckender erfahrungen der gesamtheit.
fällt auf einem planeten, auf dem es keine, im sinne der menschlichen wahrnehmung, wahrnehmende organismen gibt, ein baum um, was geschieht? wie sind raum und zeit beschaffen und wie die sich daraus resultierenden effekte, wie vor allem das geräusch? das wäre ein beispiel, welches das subjekt völlig aus dem mittelpunkt der erfahrung nimmt. es ist ja keines vorhanden. und trotzdem lässt es den schluss zu, das alles wahrgenommene subjektiv ist. und zwar von dem moment an…
…das ist fast genauso unvorstellbar, wie das gedankenkonstrukt des nicht vorhandenen raumes.
was nun bleibt sind mathematische überlegungen (in die schemen der mathematik passt ja nahezu alles, sogar nicht vorhandenes!), die den vorgang des umfallenden baumes, und dessen wirkungen, beschreiben könnten. und das wissen darüber, dass jemand der nicht anwesend ist, auch nichts hört. gibt es denn dann ein geräusch? schluss: ohne mensch keine realität. aber: ohne mehrere menschen erst recht nicht? also: gäbe es nur einen menschen auf der erde, wäre er der wahrhaftige hüter der realität? oder nicht? gibt ja niemanden, mit dem er darüber streiten könnte.
die frage also, was man erkennen kann, und wie, stellt sich überhaupt nicht, wenn man vor geraumer zeit mit mehreren so streichrollern und nem eimer grüner farbe bewaffnet einen städtischen betonklotz bearbeitet hat, um die frohe botschaft zu verkünden: “nothing is real!”
das leben sollte sich weniger darum drehn mehr oder minder exzessive erfahrungen zu machen, mit der aussicht sich ein wahrhaftiges wissen aneignen zu wollen und einen beitrag zur unorganisierten kollektiven wahrhafitgkeit zu liefern, sondern darum, das leben dahingehend auszureizen, dass diese erfahrungen möglichst vielfältig und gewinnbringend für das ich sind, in ihrer beschaffenheit. glück! “der pfad der ausschweifungen führt zum turm der weisheit”. das fiel mir aus meiner unprofessionellen sicht zu deiner arbeit ein. hoff mal das is nich zu sehr an den kernaussagen vorbeigeschossen und ich bin nun nicht, wie in dem von watzlawick beschriebenem beispiel, passagier des falschen dampfers und ernte nichts als hohn und gelächter. …und dass ich den sinn des blogs erfasst erhab, mit der kungebung meiner sensationellen gedankenwelt.
weiter gehts!
Oliver!
Im Folgenden argumentiere ich im Sinne des Radikalen Konstruktivismus.
Darüber, was Realität ist, kann keine Aussage gemacht werden. Wahrheit kann subjektiv sein, sie kann allerdings auch ein Konsens einer Menschengruppe sein, eine Ideologie oder einfach eine Vereinbarung.
Insofern kann auch in intersubjektiver Kommunikation von einem Austausch an Wahrheiten geredet werden, jedoch kann nicht der Anspruch einer absoluten Wahrheit erhoben werden, nur weil zwei oder mehrere Menschen einer Meinung sind.
Die Erfahrungen, die Du alleine machst, haben trotz oder gerade wegen dieser Theorien Bestand, da eben nicht davon ausgegangen wird, dass es so etwas wie eine absolute Wahrheit überhaupt gibt. So steht also deine für dich selbst erfahrene Wahrheit koexistent und gleichwertig neben allen anderen Wahrheiten. Deine Wahrheit wird sich wohl dann durchsetzen, wenn sie ein besseres “Durchkommen” in Problemstellungen oder einfach im Leben ermöglicht.
Zu dem alten Beispiel des umfallenden Baumes: durch die physikalischen Abläufe im brechenden Holz werden unter anderem Schallwellen erzeugt, die natürlich auch dann vorhanden sind, wenn gerade kein wahrnehmender Organismus in der Nähe ist. Nur wenn kein Ohr anwesend ist und damit auch kein Gehirn, das die Schallwellen als “Geräusch” interpretiert, gibt es natürlich auch kein “Geräusch”. Klingt ein wenig nach Erbsenzählerei, ist es aber meines Erachtens nicht. Man sollte sich die Zeit nehmen, in einer stillen Minute mal genau darüber nachzudenken…
Die Frage, ob es ohne den Menschen eine Realität gibt, lässt sich ähnlich beantworten. Wobei dafür natürlich erst definiert werden müsste, was genau ‘Realität’ in diesem Falle bezeichnen soll.
Da sowohl ‘Geräusch’ als auch ‘Realität’ an Menschen gebundene Begriffe sind, die außerhalb menschlicher Existenz keinen Sinn mehr machen und es ohne Menschen niemanden gibt, der sich darüber Gedanken machen kann, wird es sie auch ohne Menschen nicht mehr geben.
Das Leben dahingehend auszureizen, die Erfahrungen möglichst vielfältig und gewinnbringend für das Ich zu gestalten, das kann ich nur unterstreichen!
Ich danke dir für diesen wirklich sehr konstruktiven und bereichernden Kommentar. Es wäre eine Freude, mehr solcher Kommentare zu sehen. Gern wieder von dir und auch gern von anderen…
das wirft mich um, die realität in ihren zahlreichen facetten und erscheinungen!
wenn ich nun alles richtig verstanden hab, dann beschreibt der radikale konstruktivismus die realität als gesamtheit, die alle materie in ihrem vorhandensein berücksichtigt, ohne dass sie einer selektierung, verzerrung oder allgemein einer wahrnehmung des menschen unterworfen wäre, obwohl er bestandteil dieser ist- wie eine schachtel in der schachtel- die kleinere bleibt geschlossen.
der baum wieder:
die physikalischen abläufe im brechenden holz erzeugen also schallwellen, die erst durch einen empfänger, den menschen, zum geräusch werden, die von diesem dann als wahrhaftig etikettiert werden.
nun könnte man unterscheiden zwischen einer alles umfassenden realität, der in diesem fall der schall zugehörig wäre, und einer dem menschen erscheinenden wahrheit, informationen und etikette in köpfen. so bestehen diese wahrheiten nebeneinander: einer empfindet das geräusch als ekelhaft und unagnehm, dem andern bescherts die reine lust -keine dieser wahrheiten hat den anspruch darauf eine absolute zu sein.
für mich klingts gar schlüssig grad, stellt sich in meiner vorstellung aber allzusehr als abwärtssystem dar, auf dessen obersten ebene das goldene kalb frohlocke.
definiert der radikale konstruktivismus “realität” nun eher in diese richtung, oder meint er vielmehr, “es ist keine aussage drüber möglich, was realität ist”?
dann wäre der begriff an sich ja überflüssig, oder?
jetz erstma ne kippe.
Der Radikale Konstruktivismus sieht die Realität als etwas an, das der Mensch nicht erkennen kann, da es ihm unmöglich ist, die eigene Erkenntnisleistung (also die Bearbeitung der Sinnesdaten durch das Gehirn) zu überschreiten. Also ist eine wirklich objektive Sicht auf die Welt nicht möglich, da alles Erkennen immer subjektiv geprägt ist.
Nimm als Beispiel die Farbenblindheit (ist eigentlich ein schlechtes Beispiel, da es sich eines Defekts zum Erläutern bedient): einem Farbenblinden ist es nicht möglich, einen Blick auf eine Welt, die nicht durch diesen Defekt beeinflusst ist, zu werfen.
Darüber, was Realität ist, kann also in deinem Sinne keine Aussage gemacht werden. Wir wissen schlichtweg nicht, wie das, was wir zum Beispiel sehen, “in Wirklichkeit” aussieht.
Nimm hier wieder die Farben: sie sind ja lediglich Ursprung unterschiedlicher Oberflächen der Objekte: je nach Oberfläche “schluckt” ein Objekt bestimmte Spektren des Lichts, während es andere, die wir dann mit dem Auge aufnehmen, reflektiert. Farben existieren also nur für erkennende Organismen/Subjekte.
Ob jedoch deshalb der Begriff der Realität überflüssig ist, ist eine interessante Frage. Meines Erachtens ist er es nicht, da es Realität ja schließlich gibt. Wir “filtern” sie ja nur, sozusagen.
Man muss ab hier vorsichtig sein, da man sonst, wenn man anfängt, Realität abzustreiten, in Richtung des Solipsismus abdriftet…
Die Wikipedia-Artikel zum Radikalen Konstruktivismus und zum Solipsismus sind ganz informativ. Kannst sie ja mal bei Gelegenheit lesen, denn da steckt auf jeden Fall nochmal ein wenig mehr drin als in meiner Facharbeit.
Hi Marcus!
Oli hat mich eben eingeladen mal hier vorbeizuschaun.
Ich fang aber gleich mal an zu meckern:)
Das Beispiel aus der Biologie mit den “Klicks”
find ich irgendwie nicht so super; ich würd wenigstens ne quellenangabe noch dazutun.
Außerdem wird bei dem Beispiel der Kontext der Information garnicht berücksichtigt, der ja mitunter selbst Teil der Information ist. “Klick” bedeutet eben immer was anderes, je nachdem wo’s herkommt und hingeht. (Indexikalität von Sprache :
http://www.lrz-muenchen.de/~wlm/ilm_i17.htm)
Ein tolles soziologisches Beispiel wär zum Beispiel der Symbolische Interaktionismus, für den ist nur das Teil der subjektiven Welt, das Bedeutung trägt und Bedeutung .”Die Bedeutung eines Dinges für eine Person ergibt sich aus der Art und Weise, in der andere Personen ihr gegenüber in Bezug auf dieses Ding handeln.” Da gibt’s auch nen super Text von Blumer, der alles in unter 10 Seiten zusammenfasst.
Zur Wissenschaftstheorie könnt man vielleicht noch Popper mit mit seinen Falsifikationen. Das ist ja auch ein recht pragmatisches und äußerst einflussreiches Modell.
Interessant wär, für’n Schluss oder so auch noch Foucaults Begriff vom „Willen zur Wahrheit“ und
die Unterscheidung zwischen „im Wahren“ und Wahrheit. Vor allem passts, weil er eben beschreibt, wie neue Erkenntnis oder Veränderungen im Denken verhindert werden. Das gäb’s nachzulesen in „Die Ordnung des Diskurses“ ( find grad nur bei wiki was: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Ordnung_des_Diskurses)
Hui ich glaub ich weiß nun woher der schlechte Ruf der Soziologen als Labertaschen rührt…
Von Heidegger gibt’s auch ein supi Zitat, wo sagt, die Naturwissenschaften sind als solche unfähig zu sagen, was ist…
Aber voll gut die Facharbeit, wofür musst du die schreiben?
Und wie ist das eigentlich bei Kants Synthesis; Ist das so idealistisch, mit Identität von Ding und Begriff?
Mh servus!
Dein Literaturverzeichnis is auch recht ungewöhnlich. Da kommen normal nur die Bücher rein, die du benutzt hast und Seitenzahlen nur dann, wenn du nen Aufsatz aus nem Sammelband zitierst.
Dann halt die Seiten angeben die der Aufsatz umfasst so S. 20-50.
Zitiert nach kommt auch nichts ins Literaturverzeichnis, sondern in die Fußnote; oder in den Kurzbeleg in Klammern dahinter.
Die Seitenzahl muss in den Text, so wie dus bei “(KANT, 1966, S. 119)” gemacht hast.
Das fehlt z.B. bei: „Prinzip der undifferenzierten Codierung“ da müsst halt noch dahiner: ( zit. nach:…) oder halt als Fußnote.
Bei Zugänge zur Philosophie fehlt auch Autor bzw. Herausgeber wenns ein Sammelband ist.
Das Literaturverzeichnis wird normal auch nicht nummeriert im Inhaltsverzeichnis.
Da würd ich auf jedenfalls nochmal den fragen, bei dem du die Arbeit schreibst, weil Formalia da meist großen Einfluss aus die Benotung ham.
Maddin!
Nur kurz zum Literaturverzeichnis. Zu mehr hab ich nicht genug Zeit.
Der formelle Rahmen der Facharbeit war genau so vorgegeben. Also auch die Form des Verzeichnisses und auch, dass es im Inhaltsverzeichnis mit auftaucht. Fußnoten waren nicht erlaubt und die Vorgabe war auch, dass Zitate nicht sein müssen, solang das Quellenverzeichnis komplett ist. Ist halt nur von der Schule aus und das eine ist auch ein Schulbuch. Von daher…
Außerdem hab ich die Arbeit ja längst schon abgegeben und sie ist auch schon korrigiert…
Aber Danke für die Tipps!
Mehr später!
Ok, dann verzeih mein Gedöns!
hallo zusammen!
marcus:
“Der Radikale Konstruktivismus sieht die Realität als etwas an, das der Mensch nicht erkennen kann, da es ihm unmöglich ist, die eigene Erkenntnisleistung (also die Bearbeitung der Sinnesdaten durch das Gehirn) zu überschreiten.”
jetzt versteh ichs! über eine realität außerhalb meiner wahrnehmung kann ich einfach keine aussage machen, da jedes in meinem kopf gemalte bild einer “von wahrnehmung unbefleckten” realität vorstellungen enthält und somit bereits äußerst subjektiv ist.
das wirft mich um: ich kann ja gar nich über den eigenen tellerrand gucken!
das beispiel mit der farbenblindheit find ich sehr einleuchtend! …ohne das hätt ichs glaub ich noch nicht kapiert.
jetzt gilts erst mal den plötzlich aufgetrenen, übertriebenen wissensdurst zu stillen, bald.
und weiter.