Unwissenheit und Vertrauen

Gerade las ich einen Artikel in der Onlineausgabe der Sueddeutschen Zeitung, in dem es um das Vertrauen geht, das die Menschen gegenüber der Nanotechnologie aufbringen.
Interessant dabei ist, dass laut einer Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zwar zwei Drittel der Deutschen die Nanotechnologie befürworten, jedoch nur die Hälfte mit diesem Begriff etwas anzufangen weiß. Daraus lässt sich also ableiten, dass Unwissenheit Vertrauen zu schaffen scheint.
Anders sieht es allerdings aus, wenn danach gefragt wird, ob Nanotechnologie in Lebensmitteln (z. B. in Gewürzen oder als Zusatz, um Lebensmittel länger ansehnlich zu machen) verwendet werden soll. Hier lehnen 69% (bei Gewürzen) und 84% (bei der Ansehnlichkeit) der Deutschen die Nanotechnologie ab.
Auch hier zeigt sich, dass die Beurteilung der Gefahr von Nanotechnologie nichts mit dem Wissen über diesen Bereich der Technik zu tun hat. Hier werden wohl eher generelle Bedenken wach, weil im Bezug auf Lebensmittel aufgrund der Gentechnik schon eine gewisse Alarmbereitschaft besteht.
Ein schöner Ausgangspunkt, um mal darüber nachzudenken, dass nicht nur unser Wissen unsere subjektive Welt formt und strukturiert, sondern eben auch unser Nicht-Wissen. Versuchen wir, ohne konkretes Wissen über einen bestimmten Bereich eine Bewertung abzugeben, greifen wir anscheinend auf bewährte oder gewohnte Bewertungsgrundlagen zurück. Im Bereich neuer Techniken – vor allem, wenn es um Lebensmittel geht – ist hier in unserer Zeit natürlich die Gentechnik die Referenz für die Bewertung anderer neuer Techniken.
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in der aktuellen ausgabe des spiegels ist in einer statistik davon die rede, dass der politikverdrossene deutsche die rtl-stars günther jauch (platz eins) und peter kloeppel (platz drei) mehr vertrauten entgegenbringt als dem bundespräsidenten horst köhler (platz fünf) und altkanzler helmut schmidt (platz siebzehn).
da der gesunde menschenverstand eigentlich keinen dieser personen vertrauen sollte, gehe ich davon aus, dass auch in diesem fall wissen und nichtwissen bei den befragten eine imense rolle spielten. die befragten griffen, könnte man meinen, bei dem versuch die sache zu bewerten, ohne über konkretes wissen zu verfügen, auf gewohnte grundlagen zurück: politik=schlecht / fernsehen=gut
leben durch das viereck!