Das Ich

Der von mir schon hier erwähnte Douglas R. Hofstadter hat ein neues Buch veröffentlicht. “Ich bin eine seltsame Schleife” nennt es sich in der deutschen Übersetzung, die ab März 2008 verfügbar ist.
Im gerade noch aktuellen Focus (Nr. 9 vom 25. Februar 2008) ist ein zum Titelthema “Vorsicht, Täuschung” passendes Interview mit Hofstadter zu finden. Das Interview ist recht kurz, weshalb zu überlegen ist, ob sich ein Betrag von 80 Cent für das komplette Titelthema (das ansonsten nicht viel Neues bietet) als PDF wirklich lohnt. Im Grunde ist es als Werbung für das Buch zu sehen und gibt ein wenig mehr Informationen über dessen Inhalt als der Klappentext:
Intelligenz, Bewusstsein und Selbst-Bewusstsein sind für Douglas R. Hofstadter die wichtigsten Fragen überhaupt. Bastelte die Natur tatsächlich aus Neuronen das Gehirn? Und wie kam es zum Wunder des Selbstbewusstseins? Menschliches Selbstbewusstsein scheint aus Mustern zu bestehen, die Schleifen bilden. Sie nehmen sich beim Sehen, Sprechen, Gehen … beim Denken selbst wahr, beobachten sich und verstehen sich selbst und die anderen »Schleifen« immer besser. Der Hirnforscher zum Beispiel, der sein denkendes Gehirn untersucht, der Künstler, der sich selbst porträtiert, und schließlich alle Menschen, die über sich selbst nachdenken.
Jeder Mensch ist so eine seltsame Schleife – diesem merkwürdig- einzigartigen Phänomen hat Douglas R. Hofstadter sein neuestes Buch gewidmet. Voller verblüffender Einfälle stellt Hofstadter einem breiten Publikum seine Gedankenexperimente und intellektuellen Abenteuer vor und verbindet sie mit seiner einzigartigen Lebensgeschichte – zu einer seltsamen Schleife.
Für Hofstadter ist die Verwendung des Wortes “Ich” problematisch, da der Begriff etwas zu Statisches vortäusche, um wirklich mit dem “Selbst” zu korellieren. Das Selbst baut sich laut Hofstadter allmählich auf und verändert sich nicht zuletzt auch durch den Einfluss von anderen Menschen und durch Lektüre von Büchern stetig.
Das Interview ist, wie schon gesagt, etwas knapp ausgefallen und ist zudem mit einigen Ungenauigkeiten behaftet, die mich etwas genervt haben. So stellt beispielsweise die Interviewpartnerin Silvia Sanides einmal die These auf, Philosophen seien der Ansicht, dass “sich der Geist und die Seele nie in den molekularen Abläufen im Gehirn oder in der Tätigkeit von Neuronen und Synapsen finden lassen wird” (Hervorhebung von mir). Soso, Philosophen sind also generell dieser Ansicht, ja? Da sollte sich Frau Sanides aber nochmal mit diesem Thema auseinandersetzen… Aber es ist eben der Focus, was will man machen? :) Fakten, Fakten, Fakten!

