Die Simulation
Ein Artikel auf Inkonsequenz.at, der sich mit dem Thema beschäftigt, ob die Welt, in der wir leben eine Art von Computersimulation sein könnte, hat mich an einen Artikel in der Onlineversion des Spiegels aus dem Jahre 2004 erinnert.
Laut des Spiegel-Artikels gebe es renommierte Wissenschaftler – Astrophysiker und Kosmologen – die es nicht für unmöglich hielten, das wir tatsächlich in einer von einer höher entwickelten Zivilisation entwickelten Simulation leben. Also in einem ganz ähnlichen Szenario, wie es der Film Matrix zeigt – nur dass die Menschen dabei wohl nicht irgendwo als ‘Batterien’ gehalten werden, während ihr Gehirn das Leben sozusagen nur träumt. In einer solchen Simulation sind wir vermutlich nichts als pure Information. Zwar mit einer Art von Intelligenz und auch mit einer Art von freiem Willen, aber doch ohne körperliche (materielle) Entsprechung irgendwo.
Der Artikel auf Inkonsequenz.at (dem übrigens auch eine kleine, aber interessante Diskussion folgt) versucht nun, einen Beweis dafür zu finden, dass wir tatsächlich in einer Simulation leben, während in der Diskussion ein Beweis versucht wird, dass dem nicht so ist.
These und Antithese gehen dabei von der schieren Möglichkeit – also einer möglichen technischen Realisierbarkeit – einer solchen Simulation aus.
Die These ist nun, dass allein die mögliche Realisierbarkeit einer solchen Simulation in Kombination mit einer durch ein Komplexitätsgefälle bedingten Nichtwahrnehmbarkeit der simulierenden ‘Wirklichkeit’ die Konsequenz mit sich bringe, dass unsere Welt eine Simulation sei. Die Antithese besagt, dass eine solche Simulation gar nicht erst gestartet wurde, da auch eine simulierte Zivilisation irgendwann in der Lage sein wird, ihrerseits ein ganzes Universum zu simulieren und dadurch müsste die Ursprungssimulation diese zweite Simulation berechnen und so fort.
Meiner Meinung nach ist jedoch auch die Beobachtung einer Simulation bis zu dem Zeitpunkt, an dem die simulierten Wesen ihrerseits eine Simulation starten sehr interessant. Zwei Gründe für ein Abschalten dieser Simulation könnten sein:
- die simulierten Wesen entdecken und können beweisen, dass sie in einer Simulation leben
- die simulierten Wesen starten ihrerseits eine Simulation
Möglich ist es also, dass wir in einer Simulation leben. Theoretisch ist eine solche Simulation denkbar und wir haben auch noch keinen der Gründe für ein Abschalten erreicht. Bewiesen ist die Existenz einer solchen Simulation damit allerdings nicht. Vielleicht würde die Welt jetzt sonst auch enden. :)
Sehr interessante Theorie. Darüber hab ich nach dem Film Matrix auch schonmal nach gedacht. Ist alles was wir sehen real ?
Aber selbst wenn es so wäre.. werden wir es wohl nie Erfahren.
Die Frage, ob alles, was wir sehen, real ist, ist noch einmal eine ganz andere. Auch abseits einer Simulationstheorie stellt sich die Frage danach, ob das, was wir sehen, die reale Welt ist oder ob wir durch unser Wahrnehmen die Welt für uns verändern, so dass wir überhaupt nicht sagen können, wie eine Welt an sich (also ohne ein erkennendes Subjekt) beschaffen sein könnte.
Wenn Du dich für solche Themen interessierst, kannst Du bei Wikipedia mal den Artikel zum radikalen Konstruktivismus lesen, oder hier im Blog unter dem Tag Konstruktivismus nachsehen.
an welchen indizien könnte man festmachen nicht “falsch erwacht” zu sein, würde die “basis-simulation”, z. B. aufgrund des startens einer weiteren simulation innerhalb der ersten, zerfallen?
kann mitunter bei falschem erwachen im traum ja auch zu ner ganz schön verbimmelnden angelegenheit werden, feststellen zu wollen, ob man nun gerade träumt oder nicht.
holterdipolter!
Kommt ganz darauf an, von welcher Art von Simulation Du ausgehst… Wenn es eine Simulation ist, die alles, also auch die Menschen selbst, simuliert, so wird es so etwas wie ein erwachen nicht geben. Eine Beendigung der Simulation wäre dann die Komplettauslöschung des gesamten Universums, ohne dass es irgendwo eine Entsprechung der Menschen gäbe, die erwachen könnte…
…oh, stimmt. daran hab ich gar nicht gedacht, dass man aufhören würde zu existieren.
eben beschlossen der simulations-theorie gegenüber eine ignostische -mindestens aber ne agnostische haltung einzunehmen!
:D
Auch hier der Hinweis auf Nick Bostroms Seite http://www.simulation-argument.com/. Und generell die Anmerkung, dass die Natur unserer Welt uns keinen Hinweis auf die möglichen Grenzen eines Simulationscomputers gibt. Schließlich besagt ja die These, dass die Welt simuliert ist, also sind auch die darin gültigen Naturgesetzte simuliert. Naturgesetze, die in der World of Warcraft gültig sind, haben auch keine Auswirkung auf die wirkliche Welt (um nur ein plastisches Beispiel zu nennen).