HDR-Foto
Gerade habe ich meine ersten Versuche in Richtung HDR-Fotos (auch HDRI für High Dynamic Range Image) gemacht. Das erste Ergebnis möchte ich dem geneigten Leser nicht vorenthalten. Zunächst jedoch ein wenig Theorie.
Was ist ein HDR-Foto und wie wird es gemacht?
In einem HDR-Foto sind die Helligkeitsunterschiede einer Szene detailgetreu gespeichert. Es ist detailreicher, da auch die sehr dunklen und sehr hellen Bereiche eines Bildes gut zu erkennen sind. Damit gleicht ein HDR-Foto auch mehr dem, was das menschliche Auge sieht.
Für ein HDR-Foto braucht man drei Fotos von einer Szene. Deshalb ist es unerläßlich, ein Stativ zu verwenden, da sich der Ausschnitt nicht verschieben darf. Die drei Bilder werden in unterschiedlicher Belichtungszeit aufgenommen – wobei die Blende gleich bleibt. So brauchen wir ein unterbelichtetes (-2), ein normal belichtetes (0) und ein überbelichtetes (+2). Dazu sollte man am besten – wenn die Kamera dies kann – eine Belichtungsreihe nehmen, da die Kamera so während des Vorgangs nicht berührt werden muss.

Diese drei Bilder werden mit geeigneter Software (einfach mal bei Google suchen) zu einem HDR-Bild zusammengefügt. Photoshop beherrscht dies ab CS2 auch. Das Ergebnis sieht dabei allerdings noch nicht sehr berauschend aus:

Ein normaler Monitor kann ein HDR-Bild nicht darstellen. Dazu bräuchte man spezielle Ausgabegeräte. Der Schritt, der nun noch fehlt, um ein ansehnliches Bild zu erhalten, ist das Tonemapping. Das ist eine Technik, mit der der Kontrastumfang des HDR-Bildes so verringert wird, dass es auf einem normalen Monitor betrachtet werden kann. Auch hier gibt es passende Software im Netz zu finden.
Mein erstes HDR-Foto
Hier nun also, wie versprochen, mein erster – für mich – gelungener Versuch:
Das Bild habe ich nachträglich noch etwas beschnitten – deshalb der von den anderen Fotos abweichende Ausschnitt.
Es gibt auch einen Vergleich des HDR- und des normal belichteten Fotos. Sehr gut ist hier der Unterschied zwischen der Detailtiefe der Fotos zu erkennen.
Ein HDR-Foto wirkt immer etwas künstlich, weil so viel Kontrast und Schärfe vorhanden ist. Ich finde das allerdings schön und genau deshalb ist mein HDR-Foto auch so dramatisch geworden. Ich habe es absichtlich auf hohe Detailtiefe und hohen Kontrast angelegt. Es ist allerdings genauso gut möglich, hier ein bisschen weniger Effekt einzubringen. Eigenes Experimentieren ist hier angesagt.
Natürlich reicht mein erster Versuch noch nicht an die zahlreichen im Netz zu findenden HDR-Fotos heran, aber ich bin schon ganz zufrieden damit. Hier mal ein paar Links für den geneigten Leser:




[...] HDR-Foto eines Hauses am Rheinufer in der Nähe der Kranhäuser. Bookmarken bei: [...]
[...] alle, die nur bis hierher lesen und nicht wissen, worum es geht: hier gibt es die Erklärung. Bookmarken [...]
[...] war ich in der Stadt unterwegs und nutzte die Gunst der Stunde, Fotos für ein zweites HDR-Foto zu machen. Ich suchte nach einem Motiv mit vielen Details und da bot sich die Rückseite des [...]
Hallo Marcus,
schöne HDR-Beispiele. Ich experimentiere auch z. Z. mit unterschiedlicher HDR-Software herum. Natürlich spielt das Motiv eine tragende Rolle dabei. Auch die Bilder mit der Lumix FX10 sind absolut o.k.. Braucht’s da noch mehr?
Gruß
Stefan
Hey Stefan,
mittlerweile finde ich die Beispiele gar nicht mehr so schön. Habe noch weiter experimentiert (vor allem mit meiner neuen Kamera, der Canon EOS 450D) und Ergebnisse erzielt, die mir besser gefallen. Dazu gibts dann bald, wenns die Zeit erlaubt, hier auch nochmal was.
Aber nein, im Grunde braucht man nicht mehr als eine einfache Digitalkamera. Es wird halt nur komfortabler, wenn die Kamera Belichtungsreihen beherrscht. Und das Rauschverhalten von digitalen Spiegelreflexkameras ist eben meist auch besser.
Gruß,
Marcus