HDR-Terminologie
Da ich mich in den letzten Tagen mehr und mehr mit dem Thema HDR-Fotografie beschäftigt habe, muss ich nun ein paar klärende Worte zur Terminologie abgeben:
Die Bilder, die man hier – oder auch anderswo im Netz – sehen kann und die von mir und von anderen als HDR-Fotos betitelt werden, sind eigentlich keine HDR-Fotos, sondern LDR-Fotos (also: Low Dynamic Range-Fotos), die aus HDR-Fotos entstanden sind. Wie schon erwähnt, gibt es noch keine Monitore, die HDRIs direkt anzeigen können, ohne dass sie mittels Tone Mapping zu einem auf einem normalen Monitor anzeigbaren Bild gewandelt wurden.
Gerade das Tone Mapping ist ein heiß diskutiertes Gebiet. Während einige Fotografen Resultate bevorzugen, die einem “normalen” Foto möglichst entsprechen, also die Wirklichkeit getreu (oder getreuer als normale Fotos) wiedergeben, sind andere Fotografen auch von der Möglichkeit, eine impressionistischere Variante zu erzeugen, sehr angetan. Daher erscheint es als ratsam, vor allem bei sehr dramatischen Varianten nicht von einem HDR-Foto zu sprechen. Passende Begriffe hierfür wären dann zum Beispiel hyperrealistische Fotos oder eben auch impressionistische Fotos.
Erik Reinhard, der als einer der “Väter” von HDR angesehen wird, geht sogar so weit zu sagen, dass HDRI kein kreativer Prozess ist, sondern ein Verfahren zur Ton-Reproduktion. Er sieht in den neuen hyperrealistischen Fotos anscheinend eine Gefahr für die “echte” HDR-Fotografie, da nach seiner Wahrnehmung Kompressions- und andere Artefakte fast schon ein Synonym zu HDRI seien. Auch wenn man – wie ich – seine Ansichten nicht unbedingt komplett teilt, so die oben verlinkte Seite von Reinhard auf jeden Fall einen Besuch wert.



