Philip Roth: Aus für den Roman
Der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth prophezeit das Ende des Romans. In 25 Jahren schon werde kaum noch jemand Romane lesen; Leser würden so zu etwas, das er eine “kultische Minderheit” nennt.
Als Grund für den von ihm vorausgesagten Niedergang des Buches gibt er die neuen elektronischen Medien an. Das Buch, so Roth, konnte schon mit Fernsehen und Kino nicht mithalten und könne in Zukunft auch nicht neben dem Computer und dem Internet bestehen. Ein großes Problem sieht Roth auch in der Konzentrationsspanne der Leute, die immer kleiner werde. Einen Roman zu lesen erfordere Konzentration und Hingabe und ihn in mehr als zwei Wochen zu lesen mache keinen Sinn. Diese Konzentration und Hingabe traut Roth in der heutigen Zeit fast keinem mehr zu. Und so sieht er das Ende des Buches im Buch selbst. Selbst im eBook sieht er keine Ausnahme.
Allerdings räumt er ein, es werde immer Leser geben – nur eben als sehr kleine Gruppe. Diese Gruppe sei dann wohl größer als die der heutigen Leser von Lateinischer Poesie, werde sich aber wohl ungefähr in diesem Bereich bewegen.
Natürlich ist es ein wenig ironisch, solches anlässlich der Veröffentlichung eines neuen Buches (das letzte erschien vor knapp einem Jahr; Roth war in den letzten Jahren sehr produktiv) verlauten zu lassen und zugleich der Sorge Luft zu machen, ihm gingen langsam die Ideen für neue Bücher aus. Dennoch ist ein entsprechender Trend natürlich zu entdecken. Ganz so pessimistisch sehe ich die Zukunft des Buches allerdings nicht. Vielleicht ist es ja auch nur Wunschdenken, aber zumindest in den eBooks (oder auch im wachsenden Interesse an Hörbüchern) sehe ich doch eine weit rosigere Zukunft für Romane. Erschreckend ist die Vision und die Tatsache der immer geringer werdenden Bereitschaft, sich die nötige Zeit für Romane zu nehmen, aber natürlich doch.
Quelle: Guardian: Philip Roth predicts novel will be minority cult within 25 years


Immer diese Katastrophisten…