Schreibgewohnheiten und ZendoPad
Ich habe schon viele Schreibprogramme ausprobiert und ausgiebig benutzt. Am Anfang stand natürlich Word, später OpenOffice auf Windows, dann OpenOffice auf Linux. Irgendwann war ich auch das Leid und wechselte wegen der vielen Möglichkeiten zu LaTeX (die LaTeX-Files erstelle ich mit einem Texteditor, bei mir ist das Vim). LaTeX hat vor allem drei starke Vorteile für mich:
- es kann leicht, komfortabel und automatisch ein sehr ansehnliches Inhaltsverzeichnis erzeugen lassen
- das Anlegen eines Literaturverzeichnisses ist ebenfalls komfortabel
- die Verwaltung von Fußnoten ist einfach
Diese Vorteile kommen natürlich nur bei den wissenschaftlichen Texten, die ich für die Uni verfasse, zum Tragen. Beim Schreiben von literarischen Texten dagegen brauche ich das nicht und da ist LaTeX einfach ein Overkill. Zumal viel der Aufmerksamkeit, die eigentlich dem Text zukommen sollte, an die Formatierung verschwendet wird.
Also folgte der Schwenk zurück zu OpenOffice. Damit war ich allerdings optisch nicht so zufrieden. Was vielleicht nebensächlich ist, wäre da nicht auch das viele Drumherum, das vom Schreiben ablenkt. Und seien es auch nur die Panels des Betriebssystems. Ich bin eben ein Mensch der sich leicht ablenken lässt, wenn die Möglichkeiten zur Ablenkung leicht zugänglich sind. Und vor allem das Internet lockt immer sehr…
Deshalb war ich auch recht begeistert vom Ommwriter, der allerdings leider nur für den Mac zur Verfügung steht. Ein wenig Googeln brachte dann ein Programm zutage, dass plattformunabhänig ist: ZendoPad. Ist noch heftig im Entwicklungsstadium, hat bei weitem nicht so viele Funktionen wie Ommwriter und sieht auch nicht ganz so schön aus, aber das muss ja alles auch nicht sein. Alles Mehr wäre da schon wieder Ablenkung.
ZendoPad ist ein Schreibprogramm, das im Vollbildschirmmodus läuft. So sind schonmal die Panels weg. Im Schreibmodus sieht man nur das Hintergrundbild und den Cursor. Bewegt man die Maus in die rechte obere Ecke, erscheint das Menü, das oben im Screenshot zu sehen ist. Dort kann die Schrift formatiert, die Hintergrundmusik und das Hintergrundbild gewechselt werden. Die Schriftformatierung wirkt sich jedoch nur auf die Darstellung des Textes im Schreibprogramm aus, denn abgespeichert wird der Text im unformatiert im .txt-Format. Das mag für manche ein Kriterium gegen ZendoPad sein, denn die Formatierung muss am Schluss erledigt werden. Ich finde das jedoch nicht schlecht, da ich so wählen kann, womit ich formatieren. Mit LaTeX zum Beispiel, oder hier in Wordpress mit dem Editor, wenn es sich um einen Blogartikel handelt.
Das Programm ist kostenlos und ich empfehle prokastinationsgefährdeten Menschen ohne Mac, es einmal auszuprobieren!

